Bilanz, Wanderungen

04.03.2013 // Bevölkerungsbilanz 2012 - Zunahme der Einwohnerzahl um 0,6%

Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt um 0,6% auf 193 396. Der Ausländeranteil lag bei 34,0%. Insgesamt wurden 2 018 Kinder geboren, das sind so viele wie seit 1974 nicht mehr. Der Anstieg der Geburtenzahlen betrifft Schweizer und Ausländer.

Die Wohnbevölkerung des Kantons Basel-Stadt wuchs im Jahr 2012 gemäss provisorischen Ergebnissen um 1 092 Personen oder 0,6% auf 193 396. Die definitiven Bevölkerungszahlen werden voraussichtlich im August vorliegen und aufgrund von Nachträgen erfahrungsgemäss etwas höher ausfallen. Im vergangenen Jahr starben 727 Schweizer mehr als geboren wurden. Zudem resultierte bei der Bevölkerung mit Schweizer Pass ein Wanderungsverlust von 405. Trotz der Einbürgerung von 871 Ausländern sank somit die Zahl der Schweizer um 261 Personen oder 0,2% auf 127 618. Die ausländische Bevölkerung erhöhte sich um 1 353 Personen oder 2,1% auf 65 778. Dieser Anstieg ist auf einen Geburtenüberschuss von 640 sowie auf einen Wanderungsgewinn von 1 584 abzüglich der Eingebürgerten zurückzuführen. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung beträgt damit 34,0%.

 

Die grösste Ausländergruppe bilden mit 14 959 Personen die Deutschen und bestätigen diese Spitzenposition nun schon zum achten Mal in Folge. Die Italiener nehmen mit 7 960 Staatsangehörigen den zweiten Platz ein, gefolgt von den Türken mit 6 643 Personen. An vierter Stelle stehen die Staatsangehörigen aus Serbien, Montenegro und Kosovo (4 662 Personen). Die stärksten Zuwächse innert Jahresfrist verbuchten die Portugiesen (+196 Personen), die Inder (+165 Personen), die Spanier (+136) sowie die Eritreer (+123). Die deutlichsten Rückgänge verzeichneten die Türken (-68 Personen), die Serben, Montenegriner und Kosovaren (-45 Personen), die Sri Lanker (-29 Personen) sowie die Italiener (-27 Personen).

 

Im Jahr 2012 kamen in Basel-Stadt 2 018 Kinder zur Welt, 150 mehr als ein Jahr zuvor und so viele wie seit 1974 nicht mehr. Die Zunahme bei den Geburten betrifft Schweizer und Ausländer: Die Zahl der Schweizer Babys stieg um 92 auf 1 158, jene der ausländischen um 58 auf 860. Damit erhöhte sich die rohe Geburtenziffer (Anzahl Lebendgeborene pro 1000 Einwohner) bei den Schweizern von 8,3 auf 9,0, bei den Ausländern von 12,6 auf 13,2 und bei der Gesamtbevölkerung von 9,7 auf 10,4. Die Zahl der Gestorbenen nahm gegenüber dem Vorjahr zwar moderat auf 2 105 zu, die längerfristige Entwicklung zeigt jedoch einen leichten Rückgang der Todesfälle. Im Jahr 2012 ergab sich für die Gesamtbevölkerung ein Sterbeüberschuss von 87. Ein Jahr zuvor hatte die Zahl der Gestorbenen jene der Geborenen noch stärker überstiegen. Etwas zugenommen hat die Wanderungsdynamik: Im Vergleich zu 2011 wurden sowohl mehr Zu- als auch mehr Wegzüge registriert.

 

Die Bevölkerungszahl wurde bisher ermittelt, indem der Vorjahresbestand durch die Berücksichtigung natürlicher und räumlicher Ereignisse (Geburten, Todesfälle, Zuzüge, Wegzüge, usw.) fortgeschrieben wurde. Ausgangspunkt dieser Fortschreibung war der Bevölkerungsbestand am 31. Dezember 1990. Ab 2013 wird die Bevölkerungsstatistik direkt auf Auswertungen aus dem kantonalen Einwohnerregister beruhen. Dieses wurde im Rahmen der Vorbereitungen für die neue, registerbasierte Volkszählung bereinigt.

 

01.11.2012 // Wanderungen 2000–2011: Positive Bilanz dank Zuzug aus dem Ausland

Gemäss den Ergebnissen der Wanderungsanalyse 2012 weist der Kanton Basel-Stadt für die Jahre 2000 bis 2011 einen Wanderungsgewinn von insgesamt 8 469 Personen auf. Dieser ist auf Zuzüge aus dem Ausland zurückzuführen.

Zwischen 2000 und 2011 zogen 8 469 Personen mehr nach Basel-Stadt zu als aus Basel-Stadt weg. Nachdem in den Jahren 2000 bis 2005 abwechselnd Zuzugs- und Wegzugsüberschüsse auftraten, weist der Kanton Basel-Stadt seit 2006 stets Wanderungsgewinne auf. Die positiven Saldi kommen dank der Zuwanderung aus dem Ausland zustande; die Wanderungsbilanz mit der übrigen Schweiz ist negativ. Der Kanton, gegenüber dem Basel-Stadt seit dem Jahr 2000 den stärksten Wanderungsverlust aufweist, ist Basel-Landschaft. Das zweithöchste Defizit verbucht Basel-Stadt gegenüber Zürich, das dritthöchste gegenüber dem Aargau. Der wichtigste Herkunftsort der aus dem Ausland Zugezogenen ist Deutschland. Von 2000 bis 2008 stieg die Zahl der aus dem nördlichen Nachbarland Zugewanderten laufend. Besonders stark war die Zunahme 2002, als 39% mehr Personen aus Deutschland in den Stadtkanton zogen als im Vorjahr. Dieser Zuwachs dürfte auf das Inkrafttreten des bilateralen Abkommens zur Personenfreizügigkeit zurückzuführen sein. Seit 2009 sinkt die Zu­wanderung aus Deutschland leicht, im Jahr 2011 liessen sich 2 126 Personen im Stadtkanton nieder, die zuvor in Deutschland gelebt hatten. Trotz des Rückgangs der letzten drei Jahre lag die Zahl der Zuzüger aus Deutschland 2011 um 1 230 über der­jenigen des Jahres 2000. Als Herkunftsgebiete an Bedeutung gewonnen haben neben Deutschland auch Asien sowie die übrigen, in der Abbildung nicht separat aufgeführten europäischen Länder und Nordamerika. An Wichtigkeit verloren haben die Staaten auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens und die Türkei.

 

Fasst man die Wanderungen der Jahre 2000 bis 2011 zusammen, weisen bei den Schweizern nur die Fünfjahresklassen der 15- bis 19-Jährigen und der 20- bis 24-Jährigen Wanderungsgewinne auf. Innerhalb dieser beiden Fünf­jahresklassen ergeben sich die höchsten Zuzugsüberschüsse bei den 20- und 21-Jährigen, also im Alter, in dem viele Studierende ihr Studium beginnen. Ausländer ziehen bis zum Alter von 51 Jahren häufiger zu als weg. Der höchste positive Wanderungssaldo fällt bei den ausländischen Staatsangehörigen in die Gruppe der 25- bis 29-Jährigen an. Wie bei den Schweizern weisen somit auch bei den Ausländern die jüngeren Erwachsenen die grössten Zuzugsüberschüsse auf. Der Stadtkanton scheint also für  Jugendliche und junge Erwachsene attraktiv zu sein, das Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen dürfte hierbei eine zentrale Rolle spielen.

 

Die grössten Wanderungsverluste ergeben sich bei den Schwei­zern in der Gruppe der 30- bis 34-Jährigen, danach nehmen die Defizite mit steigendem Alter kontinuierlich ab. Eine Aus­nahme bilden die 60- bis 64-Jährigen, für die sich höhere Wanderungsverluste ergeben als für die nächst jüngere und die nächst ältere Gruppe. Bei den Ausländern tritt das grösste Wanderungsdefizit bei 60- bis 64-Jährigen auf. Im Übergang zum Renten­alter ziehen also sowohl Schweizer wie auch Ausländer verstärkt aus dem Kanton Basel-Stadt weg.
Zur kompletten Wanderungsanalyse 2012

 
 

13.09.2010 // Tabellen

 

07.06.2010 // Weiterführende Informationen