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Die Grünoase für Mensch und Tier

Das statistische Wohnviertel Bachletten hat seinen Namen vermutlich nach den zahlreichen Bächen und den Lehmvorkommen in diesem Gebiet erhalten. Es erstreckt sich von der Senke des Birsigtales nordwestwärts bis an die Grenzen zu den beiden Baselbieter Agglomerationsgemeinden Allschwil und Binningen.

Diese Gemarkung ist aber im Stadtbild nicht sichtbar, da Basel und die benachbarten Gemeinden baulich eine Einheit bilden. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass beim Aufbau des Tram- und Busnetzes die Linien direkt in die umliegenden Gemeinden geführt wurden. Dank dieser Massnahme stieg die Erreichbarkeit der Stadt und die Gebiete entlang der Verkehrswege wurden als Wohn- und Arbeitsort interessant. Bis 1870 war das ganze Quartiergebiet fast unbebaut, einige wenige Gebäude standen entlang der Elsässerbahnlinie, die zu jener Zeit durch die heutige Viaduktstrasse, den Steinen- und den Spalenring geführt wurde. Dieses Trassee wurde dann um die Jahrhundertwende wegen des grossen Stadtwachstums weiter nach aussen verlegt. Auch die Einrichtung des Zoologischen Gartens („Zolli“), der 1874 eröffnet wurde, fiel mit dem Beginn der Bautätigkeit in diesem Stadtgebiet zusammen.

Durch die Bebauungsgeschichte bedingt, erscheint heute das Wohnviertel Bachletten im Wesentlichen aus zwei unterschiedlichen Bereichen zusammengesetzt. Das Gebiet, das vor 1920 bebaut wurde, zeichnet sich durch grosszügige Villen und Mehrfamilienhäuser aus, zu denen fast immer Gärten gehören. Es ist der Inbegriff des Bachlettenquartiers und liegt innenstadtnah, nordwestlich des Birsig bzw. des Zoologischen Gartens. Ab 1920 bis Anfang des Zweiten Weltkrieges entstand vor allem der äusserste Quartierteil, das Neubadviertel. Hier prägen weitgehend Reiheneinfamilienhäuser das Bild, die teilweise von Wohnbaugenossenschaften errichtet wurden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die freien Flächen beidseitig der neuen Elsässerbahnlinie (zwischen Bernerring und Holeestrasse/Laupenring) überbaut und noch vorhandene Baulücken im ganzen Wohnviertel geschlossen.

Durch die vielen Gärten und Alleebäume wirkt das ganze Wohnviertel grün und offen. Zu diesem Eindruck tragen auch der Zoologische Garten, der Schützenmattpark und die Sportanlage Schützenmatte bei. Die beiden Letztgenannten wurden seit dem 16. Jahrhundert als Schiessstand vor der umfriedeten Stadt genutzt. 1560 wurde das Schützenhaus – das heutige gleichnamige Restaurant am Spalenring – errichtet. Das Hauptgebäude ist äusserlich in seinem Originalzustand erhalten geblieben und stellt ein wichtiges Basler Baudenkmal dar.

Das Bachletten-Quartier verfügt über schöne Plätze, die allerdings mehrheitlich dem Verkehr überlassen sind und kaum Begegnungs-, Kommunikations- oder Versorgungsfunktion haben. Der Wieland-, der Bundes- und der Rütimeyerplatz bestechen vor allem durch die Grosszügigkeit ihrer Anlage. Letzterer wurde jedoch unlängst neu gestaltet: Die Flächen für den Verkehr wurden verkleinert, Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Der Neuweilerplatz, welcher vom Verkehr umkreist und zusätzlich von der Tramlinie durchquert wird, ist insofern ein Unikum, als er ein richtiges Nebenzentrum ist, etwas, das anderen Aussenquartieren fehlt. So sind rund um den Platz und an den sternförmig hinlaufenden Strassen zahlreiche Läden und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Publiziert: 13.11.2008
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