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Im Zeichen des Dreiländerecks

Kleinhüningen liegt ganz im Norden des Kantons Basel-Stadt am Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz. Gegen Norden und Osten grenzt es an die deutsche Stadt Weil am Rhein, gegen Westen ist es der Rhein, der es von der französischen Nachbarstadt Hüningen trennt.

Gegen Süden ist die Wiese erst nachträglich als Grenze ausgeschieden worden. Die frühere Banngrenze querte das heutige Klybeck-Quartier. Tafeln weisen auf den historischen Verlauf hin.

Kleinhüningen ist ein Spezialfall unter den Basler Quartieren, denn bis zum 1. Januar 1893 war das Fischerdorf eine selbständige Gemeinde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Verwaltung vom Kanton Basel-Stadt übernommen, bevor das Dorf 1908 vollständig eingemeindet wurde. Ursprünglich gehörte Kleinhüningen dem Markgrafen Friedrich von Baden, der 1640, nach dem 30-jährigen Krieg, den verwüsteten Ort für 3 500 Reichstaler an die Stadt Basel verkaufte. Die historischen Wurzeln reichen allerdings noch viel weiter zurück. So wurden Gräber gefunden, die um das 5. Jahrhundert angelegt worden waren. Auffallend ist die Tatsache, dass Kleinhüningen mit dem Elsässer Städtchen Hüningen ebenfalls – wie Gross- und Kleinbasel – ein linksrheinisches Pendant hat. Kleinhüningen besitzt nur wenige historische Gebäude, die sich um den alten Dorfkern mit der kleinen protestantischen Kirche aus dem Jahre 1710 gruppieren.

Kleinhüningen wurde erst nach der Jahrhundertwende vom Bauboom erfasst. Wie im benachbarten Klybeck-Quartier stand der Bau von Industrie- und Hafenanlagen im Vordergrund, wobei das ehemalige Fischerdorf seine neue Prägung ganz klar durch den Hafen erhielt. Der Aufschwung der Rheinschifffahrt mit immer leistungsfähigeren Schiffen führte zum Ausbau des Hafens und der Hafenanlagen. Zwischen 1919 und 1922 entstand das parallel zum Rhein ausgerichtete Hafenbecken I, zwischen 1936 und 1939 das quer zum Rhein liegende Hafenbecken II. Diese gewaltigen Eingriffe haben das Dorfbild komplett verändert und auch dazu geführt, dass die Dorfbewohnerinnen und -bewohner das landwirtschaftlich geprägte Leben aufgeben mussten. Die Umgestaltung des Rheins hatte zur Folge, dass mit dem Fischfang kein Auskommen mehr zu erreichen war. Die Agrarflächen und die Obstgärten fielen dem Aushub der Hafenbecken oder dem Neubau von Fabriken, z.B. der Stückfärberei, zum Opfer. Mit der Ausdehnung der Stadt verschmolz Kleinhüningen zudem mit dem Stadtgebiet. Im Quartier selbst entstanden weitere Wohnbauten vor allem rund um den alten Dorfkern, Fabrikanlagen und Tanklager indes gegen die Grenzen zu. Seit den 1980er-Jahren baute der Staat zudem ebenfalls peripher eine Kläranlage sowie die Empfangsstelle für Asylbewerberinnen und -bewerber.

Vor einigen Jahren entstand auf einem Teil des stillgelegten Industrieareals der ehemaligen Stückfärberei in Kleinhüningen eine Neuüberbauung mit grösseren Wohnungen und kindergerechtem Wohnumfeld. Auf dem restlichen Gelände der Stückfärberei wird ein Einkaufszentrum mit Hotel und weiteren Freizeiteinrichtungen gebaut. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stückfärberei wird auf den Grundmauern eines ehemaligen Lagerhauses der Science Park erstellt, der das Angebot an Räumlichkeiten für junge Firmen aus dem Life-Science-Bereich erweitern soll. Mit dem Wegzug der Kunststoff- und Verpackungstechnik-Firma Densa wird 2009 an der Neuhausstrasse ein weiteres Industrie-Areal frei werden. Auf der brach fallenden Parzelle ist eine Wohnüberbauung geplant.

Publiziert: 13.11.2008
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