Quartierportrait Altstadt Kleinbasel
Das Multi-Kulti-Quartier
Für die Entwicklung des rechtsrheinischen Stadtteils war die Erstellung der ersten Basler Brücke über den Rhein im Jahre 1225 von grosser Bedeutung. Die Mittlere Brücke hat den Transport von Waren aus dem Süden Europas in den Norden und umgekehrt wesentlich erleichtert, der Stadt Basel Zolleinnahmen gebracht und sie zu einer Handelsstadt gemacht. Mit dem Bau der Brücke wuchs auch der Kleinbasler Brückenkopf schnell an. Um das entstandene Geviert wurde eine Stadtmauer mit zwei Toren, dem Bläsitor und dem Riehentor, gezogen. Im Jahre 1392 erwarb Grossbasel den rechtsrheinischen Brückenkopf von den Habsburgern, die vom Bischof von Basel die Pfandschaft darüber bekommen hatten.
Im Laufe des 13. Jahrhunderts siedelten sich im „minderen“ Basel zunehmend Handwerker und insbesondere Müller an. Das nötige Wasser wurde der Wiese, einem im Schwarzwaldmassiv entspringenden Fluss, entnommen. Dazu baute man den Riehenteich, ein Kanalsystem, welches das in den „Langen Erlen“ abgezweigte Wasser zu den Mühlen führte. Der Riehenteich ist heute im Gegensatz zu seinem Grossbasler Pendant, dem St. Albanteich, nicht mehr zu sehen, da er, entledigt aller Aufgaben, überdeckt und damit in den Untergrund verdrängt wurde. An ihn erinnern heute nur noch das Teichgässlein in der Nähe des Claraplatzes und der Einlauf in den Rhein unterhalb des Sägergässleins.
Am Kreuzungspunkt von Greifen- und Rebgasse liegt der Claraplatz, der das Dienstleistungs- und Einkaufszentrum von ganz Kleinbasel ist. Benannt ist der Platz nach der Clarakirche. Hier finden sich keine mittelalterlichen Häuser mehr wie in den Gassen abseits der Hauptachse Greifengasse. Um die Jahrhundertwende wurden zahlreiche Bauten in der Umgebung des Claraplatzes ersetzt; an ihrer Stelle stehen heute verschiedene grosse Kaufhäuser und Geschäftsbauten. Innerhalb der ehemaligen Stadtmauer, besonders in Rheinnähe, sind trotz allem zahlreiche alte Gebäude über die Jahrhunderte erhalten geblieben.
Zu den Vorteilen der Kleinbasler Altstadt gehört ihre südwestwärts gerichtete Lage am Rhein, die den Häusern an der baumbestandenen Rheinpromenade Nachmittags- und Abendsonne beschert. Ein Aufenthalt am Rheinufer lässt denn auch Ferienstimmung aufkommen, besonders wenn Rheinschiffe vorbeifahren. Von der Gunst des Standortes profitieren nicht zuletzt auch verschiedene Restaurants und Hotels beim Kleinbasler Brückenkopf.
Mit der „Kaserne“ verfügt die Kleinbasler Altstadt über einen kulturellen Treffpunkt mit Ausstrahlung, der wie kein zweiter verschiedenste Nutzungen nebeneinander bietet. In den Gebäuden der ehemaligen Militärkaserne sind neben Schulräumen die Kulturwerkstatt Kaserne, das Restaurant Kaserne, ein Seniorentreffpunkt, der Kinder-Spiel-Estrich, eine Moschee, ein Frauentreffpunkt, ein Tagesheim für Kinder, Künstlerateliers sowie das Restaurant Parterre mit Kulturbühne untergebracht. Der grosse, zur Klybeckstrasse hin offene und teilweise begrünte Innenhof wird einerseits von den erwähnten Institutionen, anderseits für Zelt- und Freiluftaufführungen in den Sommermonaten genutzt. Während der Herbstmesse verwandelt sich das Gelände seit einigen Jahren in eine Budenstadt mit verschiedensten Vergnügungsbahnen und Karussells. Seit einiger Zeit ist eine Diskussion über eine neue Gestaltung des Areals im Gange. Die Vorschläge reichen von der Erhaltung des Status quo bis zum Abriss des ganzen längs des Rheins gelegenen mittleren Komplexes.

