Quartierportrait Am Ring
Auf der Flucht vor der Enge der Altstadt
Der grösste Teil der Bebauung erfolgte zwischen 1871 und 1900 in der Phase der ersten Stadterweiterung, nachdem die Stadtmauern niedergerissen worden waren. Wo früher Obstgärten und Felder lagen, entstanden zum Teil grosszügige Bauten, zumeist mit ausgedehnten Gärten. So gehört der Garten des Missionshauses zwischen Nonnenweg und Missionsstrasse zu den umfangreichsten privaten Gartenanlagen der Stadt. Auf der anderen Seite der Missionsstrasse befindet sich zwischen den Gebäuden des Adullam-Krankenhauses ein ebenfalls sehenswerter, parkartiger Garten mit schönem, altem Baumbestand.
Geprägt werden viele Strassen dieses Viertels durch die etwas kleineren und bescheideneren Reihenhäuser, die indessen meist ebenfalls Gärten besitzen. Diese Häuser gehören heute zu den gesuchteren Wohnlagen der Stadt, da sie neben einem guten Wohnumfeld gleichzeitig eine zentrale Lage bieten. Allerdings ist eine ganze Anzahl Häuser dieser Originalbebauung verschwunden. An ihrer Stelle stehen jetzt Wohnblocks unterschiedlichster Qualität.
Im südlichsten Zipfel des Viertels in der Nähe des Bahnhofs steht die Markthalle. Dieser 1928/29 entstandene Bau ist wegen seiner achteckigen, freitragenden Kuppel (60 m Spannbreite) bekannt. Bis 2004 wurden dort täglich vor allem Gemüse und Früchte in Grossmengen gehandelt. Nach Einstellung des Handels wird die denkmalgeschützte Markthalle nun saniert und neuen Nutzungen zugeführt. Unter der Kuppel sind Läden, Restaurants sowie Flächen für verschiedene Veranstaltungen geplant. In jenem Teil der Parzelle, der an den Steinentorberg grenzt, wird ein Wohnhochhaus gebaut. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für 2012 vorgesehen.
In unmittelbarer Nähe zur Markthalle sind in den letzten Jahren mehrere grosse Bauwerke entstanden, die durch ihre unterschiedliche Erscheinung bestechen und gewissermassen einen modernen architektonischen Schwer- und Gegenpunkt bilden. Es sind dies an der Viaduktstrasse das grosse, weisse Euregio-Gebäude des Architekten Richard Meier und vis-à-vis, bereits zum Wohnviertel Gundeldingen gehörend, das UBS-Ausbildungszentrum des Architektenbüros Diener + Diener sowie das Elsässertor der Architekten Herzog & de Meuron. Schräg unterhalb des Erstgenannten schliesst das Gefängnis, der „Waaghof“ an. Seinen Namen hat das Gebäude von der Heuwaage erhalten, einem Platz, auf dem früher das Viehfutter gewogen wurde und der heute, städtebaulich nicht überzeugend, vor allem von verschiedenen Verkehrseinrichtungen geprägt wird.

